{"id":2443,"date":"2019-12-13T10:40:45","date_gmt":"2019-12-13T09:40:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hochschulwettbewerb.net\/2019\/?p=2443"},"modified":"2019-12-13T10:48:57","modified_gmt":"2019-12-13T09:48:57","slug":"hausbesuch-in-wuerzburg-beim-team-generierung-asemischer-sprachen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hochschulwettbewerb.net\/2019\/blog\/hausbesuch-in-wuerzburg-beim-team-generierung-asemischer-sprachen\/","title":{"rendered":"#Hausbesuch in W\u00fcrzburg beim Team &#8220;Generierung asemischer Sprachen&#8221;"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-weight: 400;\">Kurz vor der Weihnachtszeit, in der letzten Novemberwoche, besuchte Wissenschaft im Dialog das Team der Julius-Maximilians-Universit\u00e4t, W\u00fcrzburg. Das Team \u201eGenerierung asemischer Sprachen\u201c besteht aus den zwei Studierenden Alexander Weigand und Jannis Maroscheck und dem Teambetreuer Prof. Florian Niebling. Die Studenten der Mensch-Computer-Systeme und des Kommunikationsdesign hatten sich zusammengetan um gemeinsam eine \u201eneue\u201c Sprache mit Hilfe von K\u00fcnstlicher Intelligenz zu kreieren. Das ist nat\u00fcrlich sehr vereinfacht ausgedr\u00fcckt. Deshalb baten wir das Team uns ihre Arbeit und ihre Ergebnisse genauer zu erkl\u00e4ren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Was bedeutet also \u201eGenerierung asemischer Sprachen\u201c?\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Das Wort asemisch bedeutet \u201eohne spezifischen semantischen Inhalt\u201c oder \u201eohne die kleinste Bedeutungseinheit\u201c. Die neu generierten Sprachen basieren zwar auf einer Ausgangssprache (in diesem Fall deutsch und englisch), sollen sich also wie deutsch und englisch anh\u00f6ren, die generierten W\u00f6rter haben im Deutschen und Englischen aber keinerlei Bedeutung und existieren nicht im W\u00f6rterbuch.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Aber warum generiert man eine Sprache die keine semantische Bedeutung hat?\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Da Prof. Niebling und Alexander am Lehrstuhl der Mensch-Maschine-Interaktion lehren bzw. studieren, liegt es nat\u00fcrlich Nahe, dass auch in diesem Projekt, am Ende die Interaktion von Menschen mit den von Computern neu-generierten Sprachen im Vordergrund steht. Das Projekt soll demnach genutzt werden, die Wirkung der semantisch bedeutungslosen Sprachen auf den Menschen zu erforschen. Avatars k\u00f6nnten hier als kulturelle Agenten dienen. Durch die Generierung einer bedeutungslosen Sprache k\u00f6nnte man erforschen wie Sprache auf verschiedene Kulturkreise wirkt und ob sich das Verhalten der Menschen, die mit dem Avatar interagieren, ver\u00e4ndert. Auch der Frage nach der Bedeutung des Klanges der Sprache k\u00f6nnte nachgegangen werden. Erkennt jemand der kein englisch oder deutsch spricht die neu-generierten Sprachen als die selbigen? Wie kann man die \u00c4hnlichkeit von Sprachen objektiv messen? Was w\u00fcrde das f\u00fcr die Entwicklung und den Aufbau unserer Sprachen bedeuten? Das sind Fragen die sich das Team stellt und gerne an andere Forschende herantragen m\u00f6chte.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Wie funktioniert das aber nun also, das Generieren von asemischen Sprachen mit Hilfe von K\u00fcnstlicher Intelligenz?<\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_2447\" aria-describedby=\"caption-attachment-2447\" style=\"width: 750px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2447 size-large\" src=\"https:\/\/www.hochschulwettbewerb.net\/2019\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/IMG_0002-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"750\" height=\"563\" srcset=\"https:\/\/www.hochschulwettbewerb.net\/2019\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/IMG_0002-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.hochschulwettbewerb.net\/2019\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/IMG_0002-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.hochschulwettbewerb.net\/2019\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/IMG_0002-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.hochschulwettbewerb.net\/2019\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/IMG_0002-100x75.jpg 100w, https:\/\/www.hochschulwettbewerb.net\/2019\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/IMG_0002-150x113.jpg 150w, https:\/\/www.hochschulwettbewerb.net\/2019\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/IMG_0002-200x150.jpg 200w, https:\/\/www.hochschulwettbewerb.net\/2019\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/IMG_0002-450x338.jpg 450w, https:\/\/www.hochschulwettbewerb.net\/2019\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/IMG_0002-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.hochschulwettbewerb.net\/2019\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/IMG_0002-900x675.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2447\" class=\"wp-caption-text\">(Foto: Peppi Boesler, WiD)<\/figcaption><\/figure>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Alexander erkl\u00e4rt uns, dass die Generierung der Sprachen mehrere Schritte durchlaufen. Die Texte, die die beiden Studenten erzeugen, werden bislang nicht direkt generiert, sondern mit neugenerierten W\u00f6rtern ersetzt. Die Datens\u00e4tze des Teams basieren alle auf Texten die vom europ\u00e4ischen Parlament ver\u00f6ffentlicht wurden und h\u00f6ren sich demnach oft ein bisschen nach \u201eBeamtenprosa\u201c an, kommentiert Prof. Niebling. Die Studenten extrahieren also den Text und lassen ihn dann von einer KI in Lautsprache \u00fcbersetzen. Daraufhin werden die W\u00f6rter in Lautsprache manuell (regelbasiert) nach Endungen getrennt. Ein rekurrentes neuronales Netz (Recurrent neural network) berechnet dann die Wahrscheinlichkeit mit welcher gewisse Laute auf andere Laute folgen und generiert so W\u00f6rter, die in ihrer Lautfolge der deutschen bzw. englischen Sprache \u00e4hneln sollen. W\u00f6rter die bereits existieren werden dann nat\u00fcrlich noch aussortiert. Daraufhin wird die Lautsprache auch schon wieder zur\u00fcck in \u201enormalen\u201c Text \u00fcbersetzt. Die generierten W\u00f6rter nutzen Alexander und Jannis dann um ein W\u00f6rterbuch zu erstellen. Aber auch Texte, Dialoge und Gedichte kreieren die Zwei mit ihren neu generierten Sprachen.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Was ihr von den Sprachen haltet und ob man die \u00c4hnlichkeit zum deutschen und englischen herauslesen kann, k\u00f6nnt ihr euch bald auf der Webseite anschauen die das Team aus W\u00fcrzburg online stellen will. Dort k\u00f6nnt ihr eigene Texte in bedeutungslose Sprache \u00fcbersetzen lassen oder euch von einem der bereits generierten Gedichte inspirieren lassen. Wir sind gespannt ob bald auch eine Gedichtsammlung in den neu generierten Sprachen erh\u00e4ltlich sein wird\u2026<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mehr Informationen zum Team &#8220;Generierung asemischer Sprachen\u201c findet Ihr auf der\u00a0<a href=\"https:\/\/www.hochschulwettbewerb.net\/2019\/teamwuerzburg\/\">Blogpage<\/a>\u00a0des Hochschulwettbewerbs!<\/p>\n<figure id=\"attachment_2225\" class=\"wp-caption alignnone\" aria-describedby=\"caption-attachment-2225\"><figcaption id=\"caption-attachment-2225\" class=\"wp-caption-text\"><\/figcaption>(Text: Peppi Boesler, Wissenschaft im Dialog)<\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kurz vor der Weihnachtszeit, in der letzten Novemberwoche, besuchte Wissenschaft im Dialog das Team der Julius-Maximilians-Universit\u00e4t, W\u00fcrzburg. 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