{"id":138,"date":"2022-09-01T16:12:55","date_gmt":"2022-09-01T14:12:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hochschulwettbewerb.net\/2022\/kempten\/?p=138"},"modified":"2022-09-01T16:17:50","modified_gmt":"2022-09-01T14:17:50","slug":"analog-kodieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hochschulwettbewerb.net\/2022\/kempten\/2022\/09\/01\/analog-kodieren\/","title":{"rendered":"Die Kunst des analogen Kodierens"},"content":{"rendered":"<p>Unser Gruppentreffen am 17. August stand ganz im Zeichen der Auswertung unserer Befragungsresultate. Im letzten <a href=\"https:\/\/www.hochschulwettbewerb.net\/2022\/kempten\/2022\/08\/03\/rege-teilnahme-beim-world-cafe\/\">Blogpost<\/a> k\u00f6nnt ihr nochmals nachlesen, wie wir im Rahmen eines <a href=\"https:\/\/partizipation.at\/methoden\/world-cafe\/\">World Caf\u00e9s<\/a> unsere Daten gewinnen konnten. Aber jetzt soll es ja um die Datenauswertung gehen.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst erhielten unsere Co-Forschenden einen ersten Einblick in verschiedene Auswertungsmethoden der qualitativen Sozialforschung. Die Festlegung auf ein World Caf\u00e9 grenzte die Wahl jedoch von vornherein ein. Im \u00dcberflug thematisierten wir u. a. die Objektive Hermeneutik, die Grounded Theory und die Dokumentarische Methode.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend gingen wir spezifischer auf die <a href=\"https:\/\/methodenzentrum.ruhr-uni-bochum.de\/e-learning\/qualitative-auswertungsmethoden\/qualitative-inhaltsanalyse\/\">Qualitative Inhaltsanalyse<\/a> ein. Den Vorteil der Qualitativen Inhaltsanalyse sahen wir Projektleiterinnen v. a. in dessen Zug\u00e4nglichkeit in einem partizipativen Auswertungsprozess. Ebenso erschien uns das Vorgehen am passendsten im Hinblick auf unsere gew\u00e4hlte Methode. In Abstimmung mit unseren Co-Forschenden viel die Wahl letztendlich hierauf.<\/p>\n<h4>Die Qualitative Inhaltsanalyse kurz erkl\u00e4rt<\/h4>\n<p>Insbesondere eignet sie sich zum Auswerten von verschriftlichten Interview- oder Befragungsdaten. Mit Auswerten ist v. a. verstehen und interpretieren von Texten gemeint. Kommunikative Inhalte wie Interviewtranskripte, Akten, und Briefe k\u00f6nnen hierdurch regelgeleitet analysiert werden. Doch wie geht man genau vor? Im Zentrum dieses Auswertungsverfahrens steht das Zuordnen von Textstellen zu sogenannten Kategorien. Die Kategorien spiegeln im Idealfall den Inhalt der einzelnen Textstellen.<\/p>\n<p>So k\u00f6nnen zum Beispiel in zwei Interviewaufzeichnungen die Textstellen &#8220;SilverScience ist ein tolles Mitmachprojekt!&#8221; und &#8220;Mir macht es richtig Spa\u00df bei SilverScience mitzuwirken.&#8221; stehen. Zwar wurden die Aussagen von unterschiedlichen Personen getroffen, jedoch haben sie eines gemeinsam: eine positive Einstellung zu SilverScience. So schnell kann man induktiv eine Kategorie entwickeln. Induktiv bedeutet, dass die Kategorie erst beim Lesen der Texte festgelegt wird.<\/p>\n<p>Im Gegensatz hierzu steht das deduktive Vorgehen. Hier werden Kategorien im Vorhinein anhand von bestehenden Theorien oder Vorwissens festgelegt. Beide Formen k\u00f6nnen auch vermischt werden. Einige Kategorien werden zun\u00e4chst deduktiv abgeleitet. Anschlie\u00dfend erfolgt die Erg\u00e4nzung am Material. Festgehalten werden die gebildeten Kategorien in einem Kategoriensystem. Das Kategoriensystem kann z. B. die Form einer Liste besitzen. Hat man das einmal verstanden, kann es auch schon losgehen mit dem Kodieren (=kategorisieren von Textstellen durch Markieren).<\/p>\n<h4>Die analoge Adaption<\/h4>\n<p>Normalerweise werden in der heutigen Zeit Texte in Programmen wie MAXQDA oder F4-Analyse kodiert. Wir haben uns zur Vereinfachung eine analoge, gruppentaugliche Adaption \u00fcberlegt. Die Resultate jeder unserer sechs Fragenstellungen wurden auf DIN A0-B\u00f6gen ausgedruckt und auf Tischen platziert. Je zwei Co-Forschende starteten dann bei einer Fragestellung mit den farbigen Markierungen. Die ersten Kategorien wurden von ihnen anhand der Fragestellungen abgeleitet.<\/p>\n<p>Nach einer gewissen Zeit wurde gewechselt und eine neue Gruppe schaut sich die Kodierungen der Vorgruppe an. Sie \u00fcberlegten, ob diese f\u00fcr sie stimmig oder ggf. anders sinnvoll erscheinen. Ehe wir uns versahen, war der Nachmittag auch schon wieder vorbei. Wir Projektleiterinnen haben f\u00fcr uns die Hausaufgabe mitgenommen, die Kodierungen zu sortieren und auch zu digitalisieren. Mit dem aufbereiteten Materialien wird dann beim n\u00e4chsten Treffen weiter gearbeitet.<\/p>\n<h4>Sommerpause bis 05. Oktober<\/h4>\n<p>Die zweiw\u00f6chentlichen Treffen waren in den letzten Monate f\u00fcr unsere Forschungsgruppe \u00fcberaus arbeitsintensiv. Deshalb freuen wir uns nun auf eine kurze Verschnaufspause. Wir verabschieden uns mit <a href=\"https:\/\/www.hochschulwettbewerb.net\/2022\/kempten\/\">SilverScience &#8211; Seniorische Sozialforschung<\/a> in die wohlverdiente (etwas versp\u00e4tete) Sommerpause. Ab dem 05. Oktober starten wir frisch erholt in den Endspurt des <a href=\"https:\/\/www.hochschulwettbewerb.net\/2022\/\">Hochschulwettbewerbs 2022<\/a>!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unser Gruppentreffen am 17. August stand ganz im Zeichen der Auswertung unserer Befragungsresultate. 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