Thema und Hintergrund des neuen Wissenschaftsjahres

Wissenschaftsjahr 2026: Neue Förderrichtlinie zum Thema Medizin der Zukunft im Fokus
Seit dem Jahr 2000 rufen das Bundesministerium für Bildung, Technologie und Forschung (BMFTR) und Wissenschaft im Dialog (WiD) gemeinsam das Wissenschaftsjahr aus. Die Idee dahinter: Ein aktuelles Forschungsthema soll für die Gesellschaft sichtbar, diskutierbar und erfahrbar werden. Dabei geht es nicht nur um die Vermittlung von Wissenschaft, sondern vor allem um den Dialog – gerade auch mit Menschen, die bislang wenig Kontakt zur Forschung hatten.

Über die Jahre sind die Wissenschaftsjahre interdisziplinärer geworden: Gesellschaftlich relevante Fragen lassen sich nicht allein aus einer Fachrichtung beantworten. Entsprechend bietet auch das Wissenschaftsjahr 2026 vielfältige Zugänge und Perspektiven – wissenschaftlich, gesellschaftlich, künstlerisch, dialogisch.

Das Wissenschaftsjahr 2026: Medizin der Zukunft
Im Mittelpunkt steht das Thema Medizin der Zukunft. Der medizinische Fortschritt betrifft uns alle – sei es in der Prävention, in der Diagnostik, in der personalisierten Therapie oder in der Art, wie wir künftig mit Gesundheitsdaten umgehen. Gleichzeitig wirft er Fragen nach Teilhabe, Ethik und gesellschaftlicher Verantwortung auf.

Die neue Förderrichtlinie des BMFTR definiert vier zentrale Themenfelder, die von Projekten aufgegriffen werden können:

  1. Die Medizin der Zukunft ist präventiv

    • Wie können Krankheiten frühzeitig erkannt oder vermieden werden?

    • Welche Rolle spielen Ernährung, Bewegung oder Umweltbedingungen?

  2. Die Medizin der Zukunft ist personalisiert

    • Welche Chancen bietet eine stärker individualisierte Medizin?

    • Wie lassen sich Therapien auf einzelne Patient:innen zuschneiden?

  3. Die Medizin der Zukunft ist digital

    • Welche Rolle spielen Künstliche Intelligenz, Big Data und Telemedizin?

    • Wie können digitale Lösungen die Versorgung verbessern und gleichzeitig sicher, gerecht und transparent gestaltet werden?

  4. Die Medizin der Zukunft ist partizipativ

    • Wie können Patient:innen, Angehörige und Bürger:innen stärker in Forschung und Versorgung eingebunden werden?

    • Welche neuen Formen von Dialog und Beteiligung braucht es, damit Chancen und Risiken medizinischer Innovationen gemeinsam abgewogen werden können?

Interdisziplinär, partizipativ und innovativ
Die Förderrichtlinie für das Wissenschaftsjahr 2026 lädt ausdrücklich dazu ein, interdisziplinäre und partizipative Ansätze zu entwickeln. Projekte sollen den Dialog fördern, wissenschaftliche Erkenntnisse zugänglich machen und unterschiedliche Perspektiven einbeziehen – von der Medizin über Technik und Ethik bis hin zu Sozial- und Kulturwissenschaften.
Besonders erwünscht sind Formate, die niedrigschwellig sind und Bürger:innen aktiv beteiligen – sei es durch Mitmachforschung, Dialogveranstaltungen, künstlerische Interventionen oder digitale Plattformen.

Fazit: Gemeinsam die Medizin von morgen gestalten
Das Wissenschaftsjahr 2026 schafft einen Rahmen, in dem Wissenschaft und Gesellschaft gemeinsam über die Zukunft der Medizin nachdenken können. Es geht um Chancen und Risiken, um Hoffnungen und Herausforderungen – und um die Frage, wie medizinische Innovationen allen Menschen zugutekommen können.
Die neue Förderrichtlinie des BMFTR eröffnet hierfür vielfältige Möglichkeiten. Sie lädt Institutionen, Vereine, Initiativen und Forschende dazu ein, innovative Ideen einzubringen, Brücken zwischen Disziplinen zu schlagen und den Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern zu intensivieren.