Hochschule Ravensburg-Weingarten

PflegeZukunft2050 - häusliche Pflege für Menschen mit Demenz und ihrer beteiligten Personen weiterentwickeln

Pflege im Wandel

Während es 2005 noch rund 2,1 Millionen pflegebedürftige Menschen in Deutschland gab, waren es 2023 etwa 5,7 Millionen. Besonders deutlich zeigt sich die Dynamik in den letzten Jahren. Seit 2021 ist die Zahl der pflegebedürftigen Menschen bis 2023 um rund 15 % gestiegen und ein Ende dieser Entwicklung ist nicht absehbar. Was bedeutet das für die Pflege in Deutschland und für die Menschen, die sie täglich leisten?

Der größte Teil der Betroffenen, rund 86 %, wird zu Hause versorgt, meist durch Angehörige, häufig ergänzt durch ambulante Dienste oder Betreuungskräfte aus dem Ausland. Diese Form der Pflege ermöglicht ein Leben in vertrauter Umgebung und schließt wichtige Versorgungslücken.

Pflege zu Hause: Wer trägt die Versorgung?

Betreuungskräfte aus dem Ausland, die einen wichtigen Teil der Versorgung übernehmen, werden auch als Migrant Care Workers (MCW) bezeichnet und arbeiten sowie leben meist im Haushalt der pflegebedürftigen Person. Häufig werden sie auch als „24-Stunden-Pflege“, „Live-in-Kraft“ oder „osteuropäische Haushaltshilfe“ beschrieben.

Es ist ein komplexes Versorgungssystem entstanden, das für viele unverzichtbar ist, aber oft kaum sichtbar wird. Unterschiedliche Akteure wirken daran mit, darunter Angehörige, Betreuungskräfte aus dem Ausland (MCW), ambulante Pflegedienste sowie Hausärztinnen und Hausärzte. Wer welche Aufgaben übernimmt, ist jedoch häufig nicht klar festgelegt.

Besonders für Migrant Care Workers entstehen daraus häufig herausfordernde Arbeitsbedingungen, etwa durch hohe Erwartungen an Verfügbarkeit, unklare Zuständigkeiten oder begrenzte Möglichkeiten zur Abgrenzung.

PflegeZukunft2050

Hier setzt PflegeZukunft2050 an. Das Projekt macht diese Strukturen sichtbar und eröffnet einen Raum, um gemeinsam über die Zukunft der Pflege nachzudenken.

Im Zentrum steht ein interaktives Theaterformat, in dem reale Situationen aus der häuslichen Pflege dargestellt werden. Das Publikum kann aktiv eingreifen, Perspektiven übernehmen und neue Ansätze für die Pflege von morgen erproben.