„Ich manage ein erfolgreiches Familienunternehmen“ – Und sonst so?

Damit unsere App wie geplant zum Einsatz kommen kann, haben wir uns im Team zusammengesetzt und überlegt, aus welchen Bereichen eigentlich die informellen Kompetenzen stammen, die wir wahlweise mit in unsere jetzige Tätigkeit einbringen, oder die uns zukünftig für andere berufliche Tätigkeiten qualifizieren könnten.

„Informelle Kompetenzen“, was bedeutet das eigentlich genau? Wir alle verfügen über die verschiedensten Kenntnisse und Fähigkeiten, die wir auf unterschiedlichen Wegen erlernt haben. Man kann drei Kategorien von Lernen unterscheiden: a) formale Qualifikationen, also alles, was mit einem offiziell anerkannten Abschluss zertifiziert wird, b) non-formale Kompetenzen, wie z. B. berufliche Weiterbildungen und c) informelle Kompetenzen, die wir im Privaten oder zumindest außerhalb unserer eigentlichen beruflichen Tätigkeit sozusagen „nebenher“ erlernt haben.

Unser Projekt Appsolut kompetent! möchte vor allem die informellen Kompetenzen in den Fokus rücken. Denn wir alle können weitaus mehr als wir über Zeugnisse und Bescheinigungen nachweisen können. All das sollte sowohl auf Arbeitnehmer*innen- wie auch auf Arbeitgeber*innenseite stärker wahrgenommen und mehr noch, auch für berufliche Qualifikationen anerkannt werden können. Aus sozial- und gesellschaftswissenschaftlicher Perspektive betrachten wir am Zentrum für Arbeit und Politik (zap) der Uni Bremen das Thema Arbeitswelten der Zukunft also dahingehend, wie der Zugang zum Arbeitsmarkt über die Anerkennung informeller Kompetenzen geöffnet werden kann.

Im Team haben wir nun sechs Bereiche informeller Kompetenzen mit entsprechenden Beispielen festgelegt, die in die App aufgenommen werden sollen:

  • Gesellschaftsarbeit/Ehrenamt, z. B. Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungsplanung, Finanzverantwortung
  • Familienarbeit, z. B. Kindererziehung, Haushaltsführung, Gärtnern, Malerarbeiten
  • Pflegetätigkeit, z. B. im Alter, bei Krankheit oder Beeinträchtigungen
  • Hobby, z. B. Sport und Tierpflege
  • Zuverdienst, z. B. Kellnern, Kassieren, Babysitten, Umzugshilfe
  • Arbeitsplatz, z. B. Soft Skills, Präsentationstechniken, Softwarekenntnisse

Damit sollen die App-Nutzer*innen schon mal eine gute Vorauswahl vorfinden, um sich ihrer eignen informellen Kompetenzen bewusst zu werden. Sie haben außerdem die Möglichkeit, individuelle Kompetenzen, die sie nicht in der Liste finden, einzutragen und so das Spektrum zu erweitern.

Fällt Euch auch noch was ein? Denkt doch mal darüber nach, welche informellen Kompetenzen ihr im Laufe der Zeit erworben habt. Und habt ihr sonst noch Ideen oder Wünsche? Wir freuen uns über eure Kommentare und Anregungen!

Für diejenigen von euch, die gerne mehr zum Thema erfahren möchten, haben wir außerdem noch einen Lesetipp: Die Bertelsmann-Stiftung hat 2015 die Broschüre „Wenn aus Kompetenzen berufliche Chancen werden“ herausgegeben, in der die wichtigsten Aspekte zur Anerkennung non-formalen und informellen Lernens gut verständlich erläutert werden.

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