Danke Frankfurt! …

Nun ist es schon ein paar Wochen her, dass wir mit unserem ersten ‚The Future of Labour‘-Erzählcafé in Frankfurt in den Räumlichkeiten der Evangelischen Akademie am Römerberg gestartet sind. Dass wir euch erst jetzt etwas ausführlicher davon auf diesem Blog berichten, liegt daran, dass wir seitdem (!) mit bangem Hoffen auf die Nachricht von der Datenrettung gewartet haben. Denn leider hat sich – ganz am Ende, als alle Fotos geschossen waren – die Speicherkarte mit all den tollen Bildern von der Veranstaltung verabschiedet…! Wir hätten euch gern noch was von den geretteten Fotos gezeigt, aber so ist das halt manchmal im Leben :). Im Zentrum steht am Ende letztlich das Erzählen und das Zusammentreffen so vieler interessanter Menschen, die das ‚The Future of Labour‘-Erzählcafé mit ihren Erfahrungen und Geschichten bereichert haben!

Ganz herzlich bedanken wir uns bei unseren engagierten Kooperationspartnerinnen: Dem Frauenreferat Frankfurt, vertreten durch die stellvertretende Referatsleiterin Beate Herzog, und dem Frauengesundheitszentrum Frankfurt, insbesondere vertreten durch Thea Vogel. Alle haben diese Veranstaltung mit eigenen (Berufs-)Erfahrungen, Erzählungen, Engagement und – bei den Kooperationspartnerinnen – finanziellen Mitteln und einem großen Netzwerk unterstützt.

Ganz besonderer Dank gilt auch Prof. Dr. Lotte Rose von der Frankfurt University of Applied Sciences und dem Gender- und Frauenforschungszentrum der hessischen Hochschulen (gFFZ) für die Moderation unserer Auswertungsphase!

 

Da das Frankfurter ‚The Future of Labour‘-Erzählcafé zugleich unsere Auftaktveranstaltung sein würde, waren wir im Vorfeld doch etwas aufgeregt, weil sich nun zeigen würde, ob das von uns entwickelte Format der ‚The Future of Labour‘-Erzählcafés wirklich das halten würde, was wir uns versprochen hatten. Nämlich neue Wege des Wissenschafts-Praxis-Dialogs zu gehen, partizipativ, vernetzend und praxisorientiert zu sein und ‚etwas in Gang zu bringen‘.

Dank der tollen Teilnehmer*innen des ‚The Future of Labour‘-Erzählcafés war es ein wunderbarer Abend in den Räumlichkeiten der Evangelischen Akademie. Über 45 Menschen, die in verschiedenen Formen mit den Arbeitswelten rund um die Geburt zu tun hatten, waren unserer Einladung gefolgt, hatten sich angemeldet oder waren spontan vorbeigekommen. Vertreten waren freiberufliche und angestellte Hebammen, Hebammenschülerinnen, niedergelassene und Klinikärzt*innen, Doulas, Stillberaterinnen, Trageberaterinnen, Eltern, Mütterpflegerinnen, Praktikerinnen der Elternbildung, Geburtsvorbereiterinnen, ein Vaterberater, Psycholog*innen, Wissenschaftlerinnen, Vertreter der Bundeselterninitiative Mother Hood e.V., Sternenkindereltern und viele mehr. In drei anregenden Stunden wurden Erfahrungen geteilt, Gemeinsamkeiten gestärkt und Zukunftsvisionen formuliert. Angesprochen wurde unter anderem, wie wichtig eine gute Kommunikation unter der Geburt ist, und wie häufig sie durch Rahmenbedingungen der Arbeit verunmöglicht wird. Thematisiert wurde auch, wie schnell es zu Gewalt und Interventionen mit Folgeschäden kommt, dass die deutliche Technikausstattung sowohl Fluch als auch Segen für die heutige Geburtsmedizin sei und wie umfassend eigentlich eine gute Betreuung für Eltern sein müsste, die sich auf das Wagnis Schwangerschaft -Geburt-Familie einlassen.

In der ‚Finanzmetropole Frankfurt‘ ging es auch um das wichtige Thema Geld: Nämlich die Forderung nach gesellschaftliche und auch materielle Anerkennung für die verantwortungsvolle Arbeit rund um die Geburt. Ein wichtiger Aspekt, der thematisiert wurde, ist, auch in Teilzeit von der eigenen Arbeit leben zu können. Das ist insbesondere für freiberufliche Hebammen, die die immer gleich hohen Haftpflichtprämien zahlen müssen, ob sie nun in Voll- oder Teilzeit arbeiten, ein großes Anliegen. Dies gilt umso mehr als viele Hebammen selbst Familie haben und zu Gunsten von Familienzeit in Teilzeit arbeiten möchten. Materielle Existenzsicherung und ideelle wie finanzielle Anerkennung von Berufs- und Tätigkeitsgruppen rund um die Geburt war eine Seite des Aspekts ‚Geld‘, die Auswirkungen der Ökonomisierung des Gesundheitswesens und der Druck auf die Kliniken, Geburtshilfe „wirtschaftlich“ zu gestalten auf die tagtägliche Arbeit rund um die Geburt war die andere Seite, die an einigen Erzähltischen Gegenstand des Austauschs war. Es wurde aber auch betont, wie wichtig und unersetzlich die menschliche Betreuung und Begleitung von Geburten – in Form einer kontinuierlichen 1:1-Betreuung – ist.

Begleitet wurde das Erzählcafé von Janina Röhrig, der Fachfrau für Graphic Recording. Sie hielt grafisch nicht nur den Verlauf des ‚The Future of Labour‘-Erzählcafés fest, sondern anhand ihres Kunstwerks sind schon viele Ergebnisse sichtbar gewesen (Mehr dazu hier).

Wir blicken positiv auf diese Auftaktveranstaltung zurück: Es war ein intensiver Austausch nicht nur von Erfahrungen, sondern am Ende auch von weitergehenden Vernetzungsideen, Projekt- und E-Mail-Adressen… Wir haben für unser Projekt nicht nur viel Auswertungsmaterial, sondern auch wertvolle Erfahrungen mit der Realisierung dieses neuen Konzepts von Erzählcafés gewonnen. Danke, Frankfurt!

 

 

Für die Zukunft!

Euer Team Labour

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