Die Gewinner stehen fest!

Ein Chatbot, der über sein Dasein als Künstliche Intelligenz (KI) spricht; ein KI-Mobil, in dem ein neuronales Netzwerk besucht werden kann; sowie ein intelligenter Gartenpflegeroboter im Stadtzentrum: Ideen wie diese, die einen öffentlichen Dialog über Künstliche Intelligenz anregen sollen, entstanden im Rahmen des Hochschulwettbewerbs zum Wissenschaftsjahr 2019 – Künstliche Intelligenz „Zeigt eure Forschung!“.

Unsere Jury zeichnete 15 Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler sowie junge Forschergruppen für ihre Kommunikationskonzepte mit je 10.000 Euro aus. Mit dem Preisgeld können sie ihre Ideen bis Dezember 2019 umsetzen.

Wie geht es weiter? Im März werden die Gewinnerteams von Wissenschaft im Dialog in einem Workshop zur Wissenschaftskommunikation geschult. Im Dezember wird die Jury die 15 Projekte dann noch einmal begutachten: Wer hat seine Idee am besten umgesetzt? Welches Projekt hat es am besten geschafft, die eigene Forschung für die Gesellschaft interessant und verständlich zu machen?

Bis dahin werden die Teams die Öffentlichkeit über den Verlauf ihres Projekts auf dem Laufenden halten: Auf dieser Seite bloggen sie in den kommenden Monaten über den aktuellen Stand und über Herausforderungen und Erfolge bei der Umsetzung ihrer Idee. 

 

Die Gewinner:

(Sobald die Teams mit ihrer Umsetzung starten, werden an dieser Stelle sämtliche Informationen hierzu abrufbar sein. Bis dahin handelt es sich um eine vorübergehende Übersicht. Die Nennung erfolgt in alphabetischer Reihenfolge der Hochschulstandorte)

Humboldt Institut für Internet & Gesellschaft (HU Berlin)
Mein Algorithmus als Chefin? – Eine interaktive Kunstinstallation zu KI & Arbeit
Intelligente Recruiting-Systeme könnten vielen Jobsuchenden das Leben leichter machen, indem sie automatisch passende Stellen vermitteln. Aber inwieweit kann und soll ein Programm die Entscheidungshoheit über die Vergabe von Stellen haben? Damit können sich die Besucherinnen und Besucher an einer interaktiven Kunstinstallation auseinandersetzen. Diese wird an verschiedenen Standorten realisiert und erlaubt es, ein automatisiertes Bewerbungsverfahren durchzuspielen.

Rheinische Friedrichs-Wilhelms-Universität Bonn
KI nur Wie?
Wie funktioniert maschinelles Lernen? Das erfahren Schülerinnen und Schüler in interaktiven Workshops zusammen mit Forschenden. Sie analysieren einen Datensatz und lernen dabei die Stärken und Schwächen der verwendeten Algorithmen kennen. Auf diese Weise erkennen die Schülerinnen und Schüler, welche Rolle mathematische Methoden aus dem Unterricht auch in der Forschung spielen – und wie sie auf diesem Wege letztlich wieder in den Alltag gelangen.

Hochschule Emden Leer
Einsatz künstlicher Intelligenz in der Altenpflege
Die Pflege ist ein konkretes und realistisches Anwendungsgebiet von Künstlicher Intelligenz, das durch den Pflegenotstand noch relevanter wird. Das Projektteam an der Entwicklung eines virtuellen Pflegers beteiligt, der sich mit Pflegebedürftigen unterhält und das Personal unterstützt, indem er zum Beispiel an die Einnahme von Medikamenten erinnert. Dass dies technisch möglich ist steht außer Frage. Dem Kommunikationsprojekt geht es deswegen vielmehr darum, inwieweit solche Entwicklungen von den Betroffenen überhaupt akzeptiert werden. Deshalb sucht das Projekt den Dialog mit zahlreichen beteiligten Gruppen: Pflegebedürftige, Pflegepersonal, Familien und Politik.

Hochschule Furtwangen
„Chatbot-Intelligenz“. Konzeption – Realisierung – Evaluation
Sie wollen etwas über Künstliche Intelligenz erfahren? Dann reden sie mit ihr! Das ist der Ansatz des Projekts „Chatbot-Intelligenz“. Virtuelle Gesprächspartner, die Smalltalk führen können, sind schon lange Gegenstand der KI-Forschung. Die Innovation des Projekts besteht allerdings darin, dass der Bot über seine eigene Existenz als Künstliche Intelligenz Auskunft gibt. Hierzu wird eine frei verfügbare Webseite eingerichtet.

Technische Hochschule Köln
KITT – KI-Talks & Teams
Die Studierenden entwickeln ein multimediales Web-Magazin zum Thema Künstliche Intelligenz. Der Clou: Die Inhalte kommen aus BarCamps, also selbst organisierten Seminar- und Diskussionsveranstaltungen. Hier kann die Öffentlichkeit mit Fachleuten aus den Bereichen Wissenschaft, Politik und Wirtschaft über konkrete KI-Themen diskutieren. Dazu zählen der Einsatz in Medizin und Psychotherapie, Smart Cities, autonome Waffensysteme oder soziale Bewertungsportale.

Technische Hochschule Köln
KI Mobil
In der Informatik wird häufig über neuronale Netze gesprochen, also über die technische Nachbildung von Gehirnstrukturen. Aber wie funktioniert das eigentlich? Mit einem mobilen Infostand will das Team die Funktionsweise auch außerhalb der Universität zugänglich machen. In einer virtuellen Umgebung können sich die Besucherinnen und Besucher durch ein neuronales Netz bewegen und zusehen, wie dort Informationen verarbeitet werden.

Universität Konstanz
Künstliche Intelligenz – Geschichte, Gegenwart und Zukunft einer Verheißung (AT)
In Zusammenarbeit mit der Stadt hat das Projektteam eine Ausstellung in Konstanz konzipiert, die später auch als überregionale Wanderausstellung Verbreitung finden soll. Auf vier Etagen können sich die Besucherinnen und Besucher mit der Geschichte, Gegenwart und Zukunft künstlicher Intelligenz beschäftigen. Eine Besonderheit wartet auf Etage vier: Dort erfahren die Besucherinnen und Besucher, was eine KI über ihr Nutzerverhalten in der Ausstellung gelernt hat und wie sie das getan hat.

HTWK Leipzig
KI.XOSKELETT
Die Gesellschaft schon während der Entwicklung neuer Technologien einbinden – das ist das Ziel des Projekts KI.XOSKELETT. Konkret geht es um die Entwicklung eines KI-gestützten Exoskeletts, also eines „Roboteranzugs“, der in der Medizin zum Beispiel zur Rehabilitation oder bei Lähmungen eingesetzt werden könnte. In einer interaktiven Werkstatt können Besucherinnen und Besucher den Prototyp testen und im Gespräch mit den Entwicklern mitgestalten.

Philipps-Universität Marburg
Robotikum
Was soziale Roboter schon heute können, erfahren Schülerinnen und Schüler im Rahmen des „Robotikums“. Bei einem dreitätigen Roboter-Praktikum an Schulen lernen sie auf anschauliche Weise die Fähigkeiten eines handelsüblichen humanoiden Roboters kennen. Es geht jedoch nicht nur darum, wie Motorik, Bilderfassung und Sprachverarbeitung funktionieren, sondern auch um das Verhältnis zwischen Mensch und Roboter: In einer „Speech Box“ können sich die Schülerinnen und Schüler in Ruhe mit den Modellen Pepper und Nao unterhalten und auseinandersetzen.

Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services SCS des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS Nürnberg
KI – Von der Wissenschaft ins Wohnzimmer
In einem Innovationslabor in der Fußgängerzone können sich die Besucherinnen und Besucher im Rahmen von KI-Spielen mit Computern messen. Wer entwickelt zum Beispiel die effizienteste Route für eine LKW-Auslieferung? Auf diese Weise erfahren Bürgerinnen und Bürger, wie KI-Anwendungen ihren Weg in die Industrie finden. Zugleich untersucht das Projektteam, wie sich die Einstellung der Besucherinnen und Besucher gegenüber Künstlicher Intelligenz durch die Ausstellung verändert hat.

Hochschule Reutlingen
KI-HNO-Battle
Künstliche Intelligenzen könnten in Zukunft Ärzte bei der Diagnose unterstützen, indem sie Informationen organisieren und analysieren. Dies soll im Rahmen eines Computerspiels demonstriert werden. Im direkten Vergleich mit einem untrainierten KI-Arzt erfahren die Spielerinnen und Spieler, wie gut sich die Software bei bekannten und bei neuen Krankheitsbildern schlägt – und was eine vortrainierte KI leisten könnte. Das Spiel kann an einem Informationsstand getestet werden und soll auch im Rahmen einer Kooperation mit Schulen zum Einsatz kommen.

Hochschule der Bildenden Künste Saar
Maschinen-Gedächtnis
Gemeinsam mit der Saarbrücker Zeitung möchte das Projektteam die Bürgerinnen und Bürger dazu aufrufen, sich mit privaten Bildmaterialien aus den 1920er Jahren am Aufbau eines Archivs zur Saar-Geschichte zu beteiligen. Durch zusätzliche Sprachinterviews zu den Fotos könnten wertvolle Metadaten gewonnen werden, die anschließend von einer intelligenten Archiv-Software ausgewertet werden. Ein interessanter Nebeneffekt für alle, die Fotos zur Verfügung stellen: Der Software könnte es gelingen, die Schwarz-Weiß-Bilder einzufärben und damit eine neue Sichtweise auf die Vergangenheit eröffnen.

Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes
Künstliche Intelligenz im Spiegel von Kommunikation und Kultur
Kurzvideos im Internet gehören insbesondere für junge Menschen zu den beliebtesten Informationsquellen. Ziel des Projektteams ist es deshalb, Erklär-Videos für Online-Plattformen zu entwickeln. Sie sollen aktuelle Forschungsergebnisse zu Künstlicher Intelligenz so aufbereiten, dass bereits Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren sie verstehen können.

Julius-Maximilian-Universität Würzburg
Deutsch als Fremdsprache
Einer Software für Spracherkennung geht es zunächst so wie uns, wenn wir eine fremde Sprache hören: Sie vernimmt Geräusche, die keine Struktur und keine Bedeutung für sie haben. Im Projekt „Deutsch als Fremdsprache“ dreht ein KI-Programm den Spieß um: Es lernt, wie Sprachen klingen und aufgebaut sind, und entwickelt daraus eine eigene Phantasie-Sprache. Dadurch versetzt sie Nutzerinnen und Nutzer in die Rolle des Fremden. Die Auseinandersetzung mit der neuen Sprache in Ausstellungen und Printmedien soll nicht nur vermitteln, wie Computer Muster erkennen, sondern auch die interkulturellen Kompetenzen fördern.

Hochschule Zittau/Görlitz
ComposÐropics
Nur die Smarten kommen in den Garten: Künstliche Intelligenz kann nicht nur in Fabrikhallen zum Einsatz kommen, sondern auch im eigenen Gemüsebeet. Um zu zeigen, wie digital unterstütze Landwirtschaft funktionieren könnte, möchte das Projekt einen Gartenroboter im öffentlichen Raum betreiben. Rund um das automatisierte Bett finden Informationsveranstaltungen und Workshops statt.

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