Literarisches Gesprächslabor auf dem Silbersalz Science & Media Festival im Oktober 2026
Was erzählen Literatur und Serien über die (Selbst-)Vermessung, Kontrolle und Verfügbarkeit weiblicher Körper? Gemeinsam lesen und diskutieren wir Fiktionen, in denen weibliche Körper und ihre Gesundheit oder Krankheit im Zentrum einer Überwachung stehen.
Weibliche Körperdaten, wie Zyklus, Fruchtbarkeit oder mentale Gesundheit, sind wertvoll. Zyklus-Apps, Schwangerschaftstracker und digitale Gesundheitsanwendungen versprechen Wissen, Vorsorge und Selbstbestimmung. Zugleich machen sie den Körper messbar, vergleichbar und erzeugen neue Maßstäbe, was als gesund, normal oder regelmäßig gilt. Romane und TV-Serien entwerfen seit einigen Jahren schon Erzählwelten, in denen weibliche Figuren und ihr Körper im Zentrum einer (Selbst-)Überwachung stehen. In Romanen wie Margaret Atwoods The Handmaid’s Tale oder Nora Burgard-Arp Wir doch nicht werden dabei Fruchtbarkeit, Gesundheit und biologische wie mentale Daten zu Instrumenten gesellschaftlicher Ordnung.
Im literarischen Gesprächslabor wollen wir Szenen aus Literatur und TV-Serien lesen, ansehen und über sie gemeinsam ins Gespräch kommen: Wo und wie gerät der weibliche Körper in den eigenen und fremden Blick? Welche Vorstellungen von Gesundheit und Normalität entstehen durch die Erfassung weiblicher Körper? Wer verfügt über die Daten und wozu? Im Mittelpunkt stehen das gemeinsame Gespräch und die Frage, was Literatur hier über unsere Gegenwart sichtbar macht.
Mit Dr. Sabrina Huber und Sandra Hein (Literaturwissenschaft, an der Bergischen Universität Wuppertal)