Hochschule

Future Health under (Self-)Surveillance. Überwachung von Körper und Psyche in Literatur und Alltagspraxis

21. Juli 2026: Soppa Schreibnachmittag

Erzähle Symptome…

Kreatives Schreiben, mentale Krankheit und Künstliche Intelligenz

Zehn Schüler:innen und Studierende erproben im Schreiben mit der Berliner Autorin Josefine Soppa die Verbindung von Künstlicher Intelligenz und psychischer Gesundheit.

Generative Sprachmodelle wie Chatgpt oder Claude werden nicht mehr nur für alltägliche oder berufliche Aufgaben genutzt, sondern vermehrt auch als Gesprächspartner*in. Dabei werden Symptome, Sorgen, Probleme, Träume und Wünsche erzählt und Ratschläge und Halt gesucht. ChatGpt wird zu Freund*in, Ratgeber*in und Therapeut*in. Neben diesem privaten Gebrauch entsteht ein wachsender Markt für KI basierte Psychotherapien, die immer und überall verfügbar sind und auf die Bedürfnisse der „User*innen“ trainiert sind. Schon ELIZA, der allererste Chatbot bestand in der Simulation eines Therapiegesprächs. In diesem Gesprächsaufbau scheint etwas zu wirken, wie ein Sog, über sich selbst zu erzählen. Das ist der Literatur sehr ähnlich. Was bedeutet es also, dass wir uns von einem künstlichen Modell und synthetischen Sätzen verstanden fühlen? Und was bedeutet es, diesem Modell von sich selbst zu erzählen?

Wie können wir mit diesem Setting kreativ umgehen?

Inwiefern können künstliche Sätze literarisch sein?

Inwiefern können sie therapeutisch sein?

Im gemeinsamen Schreibnachmittag werden wir uns anhand von Beispielen aus Literatur, Geschichte und Popkultur über die Zusammenhänge von generativen Sprachmodellen, Psychotherapie bzw. mentale Gesundheit und Schreiben austauschen und vor allem selbst schreiben.

Kann Empathie überhaupt simuliert werden?

Welche Annahmen von Krankheit und Normalität liegen der Sprache von KI zu Grunde?

Kann Sprache krank sein? Kann KI krank sein?

Was passiert, wenn ich einem Konzern alles über mich erzähle?

Was würde passieren, wenn die Krankenkassen nur noch KI basierte Gesprächstherapien finanzieren würden? Wenn deine Therapeutin nur noch ein Deepfake deiner Therapeutin wäre? Könnte man sich für immer zurückziehen, wenn man alles mit einem Chatbot besprechen kann?

Alle Genres und Formen sind willkommen- ob autofiktional, lyrisch, essayistisch, Prosa oder in Dialogform. Die Sprachmodelle können dabei als kreative Schreibpartner*innen genutzt und/oder kritisch hinterfragt werden.

Josefine Soppa. Erzähle Symptome. Kreatives Schreiben, mentale Krankheit und Künstliche Intelligenz. Berlin: Verbrecher Verlag, 2025.

Datum: 21. Juli 2026

Uhrzeit: 14-18 Uhr