#Hausbesuch in Furtwangen beim Team „Chatbot-Intelligenz“

Der nächste #Hausbesuch führte WiD nach Furtwangen im Schwarzwald. An der dortigen Hochschule ist ein weiteres Gewinnerteam des Hochschulwettbewerbs 2019 ansässig – das Team “Chatbot-Intelligenz”. Im Gespräch mit den drei Teammitgliedern erfuhren wir mehr darüber, wie sie über Künstliche Intelligenz informieren und sie dadurch greifbarer und begreiflich machen möchten – und die Lernenden dabei auch Spaß haben. Wie das funktioniert? Indem man in einem Videospiel den Chatbot selbst trainiert!

Die drei Projektmitglieder Prof. Dr. Oliver Ruf, Marlene Drillig und Daniel Birkicht (v. l. n. r.). Foto: Gesa Hengerer, Wissenschaft im Dialog.

Bereits bei der Ankunft in Furtwangen wird schnell klar, dass man hier gut studieren kann: in der Natur gelegen, eine kleine Hochschule und motivierte Studierende. Dieser Eindruck bestätigt sich auch bei einer Führung über das Gelände von Daniel Birkicht, einem der drei Projektmitglieder. Vorbei an älteren und neueren Gebäuden folgen wir schließlich einem Bach zu einem modernen Bau, der Fakultät Digitale Medien. 

Heute ist Tag der Medien der Hochschule. Die Studierenden stellen ihre selbst entwickelten Videospiele aus und laden ein, diese zu testen. Die vielfältigen Möglichkeiten sind beeindruckend, aber wir sind wegen einem ganz speziellen Spiel hier: dem Fox AI!

In einem der Seminarräume treffen wir auf Marlene Drillig. Sie studiert im Master Medieninformatik an der Hochschule Furtwangen und ist für den Großteil der Programmierung verantwortlich. Mit dabei ist zudem der Dritte im Bunde: Prof. Dr. Oliver Ruf, Professor für Medienwissenschaft an der Fakultät Digitale Medien. Das Team Chatbot-Intelligenz hat die Motivation, Künstliche Intelligenz der Bevölkerung näherzubringen – und zwar spielerisch. Für diesen Zweck haben sie ein Videospiel entwickelt: Ziel ist es, den Protagonisten – einen Fuchs –  zu seinem Fuchsbau zu führen. Im Laufe des Spiels eignet er sich weitere Handlungsmöglichkeiten an. Zwischendurch erklärt ein Chatbot anhand des fortlaufenden Lernprozesses des Fuchses, wie die KI in diesem Fall funktioniert. 

Die drei Projektmitglieder mit ihrem interaktiven Videospiel Fox AI. Foto: Gesa Hengerer, Wissenschaft im Dialog.

„Die Wahl des Protagonisten fiel rasch auf ein Tier, weil die Thematik dadurch auch für Kinder begreifbar und interessant wird. Zudem ist ein Fuchs äußerst schlau und lernt schnell“, erklärt Daniel Birkicht. Er hat einen Masterabschluss in Design Interaktiver Medien und ist der Experte für die künstlerische Gestaltung des Fox AI, welche er neben einem Teil der Programmierung ausgearbeitet hat.

Oliver Ruf übernimmt die Koordination des Projekts. Von ihm stammt auch die Idee für die Chatbot-Intelligenz. Doch woher kommt die Motivation für den Fox AI?

„Ich habe die Ausschreibung vom Hochschulwettbewerb gesehen und überlegt, was man dazu machen könnte. Das Projekt wurde also explizit für den Wettbewerb ins Leben gerufen. Bei uns am Standort ergab es sich dann recht schnell, dass wir ein Spiel entwickeln. Wichtig für uns war es, dass es einen einfachen Zugang zu KI schafft. Es soll Spaß machen und gleichzeitig auch informieren – insbesondere Kinder und Jugendliche“, erklärt Oliver Ruf. 

Zudem interessiert es uns noch, mit welchen drei Stichwörtern sie ihr Projekt am besten beschreiben können: KI, aufklären, spielerisch – klingt logisch. Denn das Spiel soll ja nicht nur aufklären, es soll auch Spaß machen. Mit jeder Runde wird die Aufgabe erweitert und dadurch komplexer. Die Spielenden und die KI müssen sich an die neuen Gegebenheiten anpassen und lernen auf diese Art und Weise dazu.

Bereits im August soll das Spiel fertig sein. Insgesamt hatte das Chatbot-Intelligenz-Team also nur drei Monate Zeit, um das Programm zum Laufen zu bringen! 

Die Nutzeroberfläche des Fox AI. Foto: Gesa Hengerer, Wissenschaft im Dialog.

Und wie geht es dann weiter mit dem Fox AI?

“Um möglichst viele Menschen zu erreichen, haben wir geplant eine Webversion des Programms zu veröffentlichen”, erzählt Marlene Drillig. Vor der Veröffentlichung steht allerdings ein anderes Highlight an: Wenn die Tabletversion des Spieles läuft, wird es im Deutschen Museum in Bonn ausgestellt. Die Vernissage findet bereits im September statt. Danach wird es online hochgeladen und für alle frei zugänglich sein.

Wenn ihr auf dem Laufenden bleiben wollt, wann das Spiel online verfügbar ist, dann könnt ihr euch auf ihrer Projektseite über den aktuellen Stand informieren!

 

Zum Abschluss meisterte auch das Furtwanger Team unsere Schnellfragerunde:

(Text: Gesa Hengerer, Wissenschaft im Dialog)

 

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