FernUniversität in Hagen

Chancengleichheit in der Energiewende

Ziel unseres Projekts ist es, einkommensschwachen Haushalten eine aktive Teilhabe an der Energiewende zu ermöglichen und die Akzeptanz zu steigern. Während Technologien wie Balkonkraftwerke und dynamische Stromtarife Chancen bieten, bleiben diese Haushalte oft außen vor – durch finanzielle, regulatorische oder kommunikative Hürde. Unser Projekt möchte mit einem interaktiven Online-Tool diese Zielgruppe adressieren, das mithilfe empirisch fundierter und KI-basierter Conversational Forms auf die spezifischen Herausforderungen einkommensschwacher Haushalte eingeht.

Wie ist unser Vorgehen?

Unser Forschungsprojekt gliedert sich in mehrere Phasen:

  • Durch qualitative Experteninterviews mit Akteur:innen aus der Praxis, Stadt und Verwaltung und eine quantitative Online-Befragung von Bürger:innen haben wir Informationsbedarfe identifiziert und Präferenzen und Barrieren von einkommensschwachen Haushalten ermittelt.
  • Mit einem partizipativen Prototyping-Workshop haben wir unterschiedliche Arten der Ansprache erprobt und über eine mögliche Umsetzung eines digitalen Tools nachgedacht.
  • Darauf aufbauend wird mit Expert:innen ein digitales Tool entwickelt. Es stellt das zentrale Kommunikationselement dar, um einkommensschwache Haushalte über Tarifwechsel zu informieren und bei der Teilhabe an der Energiewende zu unterstützen.

Aktuell befindet sich das Projekt in der Daten-Auswertung und in der Vorbereitung zum Beginn der Entwicklung eines digitalen Tools.

Was sind bisherige Erkenntnisse aus dem Projekt?

Um die Frage zu beantworten, wie wir einkommensschwache Haushalte an der Energiewende teilhaben lassen können, haben wir mit Expert:innen aus Verwaltung, Praxis und Beratung in Hagen gesprochen. Damit wollten wir herausfinden, welche Herausforderungen es gibt und wie wir einen Mehrwert schaffen können. So konnten wir verschiedene Hürden identifizieren:

  • Einkommensschwache Haushalte kämpfen mit Multiproblemlagen. Neben der ohnehin schon großen psychischen Belastung gibt es oft Sprachbarrieren, Verständnisprobleme und Vertrauensprobleme. Hier muss die Beratung ansetzen indem sie wertschätzend und nach Möglichkeit persönlich ist in sozial eingebetteten Formaten.
  • Einkommensschwache Haushalte leben meist zur Miete. Sie haben wenig Handlungsspielraum und wenig Geld für energiesparende Produkte. Beratung kann hier unterstützen, indem sie über den Stromverbrauch und Stromfresser aufklärt. Außerdem kann finanzielle Unterstützung bei der Anschaffung von energieeffizienten Geräten helfen.

Welche Schlussfolgerungen haben wir bereits gezogen?

Aufbauend auf diesen Erkenntnissen wollen wir ein digitales Tool erstellen, welches ergänzend zu bestehenden Beratungsangeboten wirkt. Dieses soll ansprechend und gut zugänglich sein. Dabei wollen wir eine dialogische Form nutzen und auf komplizierte Fachsprache verzichten.